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Schön verwüstet

Autor: JenaSamura | Datum: 10 Oktober 2015, 14:10 | 0 Kommentare

Anfang dieser Woche erlebe ich mein erstes Erdbeben. Es ist kein sonderlich starkes, sodass sich außer mir niemand im Raum beirren lässt. Trotzdem habe ich ein merkwürdes Gefühl des Kontrollverlustes, man ist der Situation einfach ausgeliefert. Hinzu kommt, dass man nicht weiß ob das Beben vielleicht stärker wird? Gibt es Nachbeben? Und wann hört endlich alles auf zu wackeln?

Der Rest des Montages ist allerdings wesentlich angenehmer. Es ist „World Teachers Day“ und der wird ordentlich gefeiert. Am Morgen gibt es mehrere Bühnenprogramme, bei denen die Schüler selbstgeschriebene Gedichte und Lieder zu Ehren der Lehrer vortragen. Desweiteren werden Karten, auf denen steht wie sehr sie den jeweiligen Lehrer bewundern, Papierblumen und Süßigkeiten in selbstgebastelten Verpackungen, verschenkt. Nach dem Lunch Breack dürfen alle Schüler frühzeitig gehen und die Lehrer treffen sich um gemeinsam Pancit (Glasnudeln) und Lechon (Sparnferkel) zu essen. Anschließend wird ein verzierter Schokokuchen geliefert und wir besprechen, wie die bald anstehenden Ferien genutzt werden. Frei haben da nämlich lediglich die Schüler.

Als ich später in dieser Woche im Lehrerzimmer nach dem Besen greife um ein bisschen den Dreck vom Boden zu fegen, wird dieser mir promt von Ruth Mae abgenommen und sie sagt, ich solle mich hinsetzen. Vergeblich versuche ich zu verdeutlichen, dass alles okay sei und ich ruhig weiter fegen könne. Doch sie meint, das käme nicht in Frage und Ma'am Beth stimmt ihr mit einem eindeutigen Kopfnicken zu und sagt: „Not your job, you're special here.“. Eine ähnliche Situation ereignet sich auch später an diesem Tag, als ich etwas aus dem Geschäft gegenüber des Hauses benötige und kurz Bescheid sage, bevor ich losgehe. Mana Sally hält mich auf und merkt an, dass sie einfach Boy für die Besorgungen losschicken würde. Sie nuschelt ihm etwas zu und er macht sich direkt auf den Weg.

Die Sonderrolle, die mir ab und zu unfreiwillig zuteil wird, ist mir in solchen Situationen wirklich unangenehm. Kleinigkeiten besorgen und kurz über die Fliesen fegen sind wirkliche Dinge, die mich nicht überfodern würden. Dass man es nur gut mit mir meint, ist mir natürlich klar, trotzdem bleibt ein unschönes Gefühl.

Nachdem es in den letzten beiden Wochen mehrere Komplikationen im Bezug auf meine Arbeit am NHI gab, habe ich nun einen neuen Stundenplan. Zu den Fächern Englisch und Values, ist ab dieser Woche MAPEH (Music, Arts, Physical Education und Health) hinzugekommen. In Zukunft werde ich die Health Stunden in Grade 1 und 2 übernehmen. Auf die neue Aufgabe freue mich und auch auf die beiden neuen Klassen, denn bisher war ich größtenteils in Grade 3 bis 6. Die erste MAPEH Stunde, die ich am Mittwoch begleite, ist sehr spaßig. Die Kinder lernen wie man sich richtig die Hände wäscht und um auch realistisch darzustellen wie das genau geht, haben wir Seife besorgt und zwei Eimer mit Wasser gefüllt. Die Kinder panschen freudig in dem Gemisch und zeigen einander das, was wir zuvor besprochen haben. Das Ganze endet mit riesigen Pfützen im Klassenzimmer, aber immerhin die Hande sind blitzeblank.

Vor Kurzem hat Rob, der ein Zimmer auf dem Grundstück meiner Hostparents bewohnt, mir berichtet, dass er sich für einen Job an einem College beworden hat. Das würde bedeuten, dass er in einen anderen Ort ziehen muss und somit auch, dass niemand mehr im Zimmer neben mir wohnt, der nach der Arbeit mit mir draußen sitzt um gebackene Bananen zu essen, mir Angst vor möglichen Taifunen einzujagen und schlechte Witze zu reißen. Falls Rob gehen sollte, werde ich ihn auf jeden Fall unglaublich vermissen, da wir uns wirklich angefreudet haben. Hinzu kommt, dass er immer unsere kleine Terasse putzt, die wird ohne ihn ganz schön verwüstet aussehen.

 

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