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Verwendung und Verschwendung

Autor: JenaSamura | Datum: 22 Oktober 2015, 10:24 | 1 Kommentare

Seitdem mein „Host Onkel“ Kuya Jay für die Bürgermeisterschaft kandidiert, sind jeden Tag Nachbarn, Freunde und Bekannte zu Besuch. Die meisten kommen schon zum Frühstück und bleiben bis nach dem Abendessen. Den ganzen Tag wird diskutiert und beratschlagt und Abends mit Tuba (Kokoswein) angestoßen. Das Essen ist momentan ausgesprochen gut und die Auswahl jeden Tag groß. Nur die Portion Gemüse, die es eigentlich immer für mich gibt, ist leider verschwunden, denn wer nicht unhöflich sein möchte, serviert seinen Gästen ausschließlich Fleisch.

Die letzte Woche habe ich bei einer Familie in Riverside (ein Stadtteil) gelebet. Sie haben mich eingeladen etwas Zeit bei ihnen zu verbringen. Ate Lot-Lot (die Mutter der Familie) und ich haben uns schon häuftig bei Festen und in der Kirche unterhalten und zwei der Kinder habe ich im Unterricht. Direkt an meinem ersten Tag bei ihnen hat der Vater Geburtstag. Also stehen wir um 4:30h auf, einige Kirchenmitglieder kommen vorbei und dann singen wir ihn mit mehreren Ständchen wach. Darauf folgt eine Andacht und das traditionelle Pancit-Essen.

In der gemeinsamen Zeit teile ich mir Nachts eine Maderatze mit Cece und Winston (die beiden älteren Kindern), Morgens fahren wir zusammen zur Schule und Abends malen Cece und ich Prinzessin-Bilder oder spielen Uno. Durch Basti (den jüngsten Sohn) lerne ich viele neue Worte und mit Kuya Newton (der Vater) rede ich gelegentlich über politische und religiöse Themen. Unter anderem was er sich von Kuya Jays Kandidatur verspricht.

Bei Familie Isaac gibt es kein Internet, ich bin keine Minute alleine und „vegetarisch“ bedeutet: einem Fleischgericht wird Gemüse hinzugefügt, aber ich werde ab Dezember trotzdem für zwei Monate zu ihnen ziehen. Denn ich fühle mich dort einfach wohl und habe das Gefühl alles offen sagen und fragen zu können. Als die Woche vorbei ist, bin ich dennoch glücklich in mein Zimmer bei Ate Dobert zurückzukehren und ein bisschen Privatsphäre zu haben.

 

Etwas, das mich in meinen ersten Wochen in Kananga immer wieder schockiert hat, ist die übermäßige Verwendung und Verschwendung von Plastik.

Wenn die Schüler beispielsweise in der Kantine ein Getränk kaufen, wird dieses ihnen nicht direkt in der Flasche gegeben, sondern der Inhalt wird zuerst in einen Plasktikbeutel umgefüllt, den sie dann mit einem Strohhalm bekommen. Im Values Unterricht haben wir schon häufig über Umweltverschmutzung und den Umgang mit Plastikmüll gesprochen, aber sobald die Kinder den Klassenraum verlassen, schmeißen viele von ihnen die Verpackungen ihrer Snacks und Süßigkeiten draußen auf den Boden, anstatt in die dafür vorgesehenen Mülleinmer.

Bei einem Ausflug letzten Sonntag mit der CYF (Christian Youth Fellowship) gab es eine ähnliche Situation. Es wurden Süßigkeiten an Kinder verteilt, die an dem Programm teilgenommen haben. Die Plastikabfälle haben diese dann sorglos auf den umliegenden Feldern liegen gelassen und das CYF-Mitglied, das die Süßigkeiten verteilt hat, hat die Verpackungen ebenfalls wie selbsterständlich ins Gebüsch geworfen. Irgendwie konnte ich damit nicht umgehen und hab angefangen alles wieder einzusammeln. 

An Ständen gibt es Soja Soße, Milchpulver und Waschpulver häufig in einzelnd verpackten Portionsgrößen zu kaufen und eher selten in Vorratspackungen und auch das Gemüse auf dem Markt wird nach dem Abwiegen mehrfach in Plastik verpackt bevor es einem gereicht wird. Bei einem Marktbesuch vor mehreren Wochen habe ich Ate Dobert darauf angesprochen. Sie versucht immer die Plastiktüten, die sie bekommt für den nächsten Einkauf mitzunehmen oder diese als Müllbeutel wieder zu verwenden. 

In einigen Straßen, in der Umgebung habe ich Tonnen für Müllbeutel gesehen, oft aber auch einfach größere Müllansamlungen offen am Straßenrand, auf die die verschiedensten Abfälle geworfen werden. Andere Haushalte wiederrum verbrennen ihren Müll einfach eigenständig.

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